Geschichte

Geschichte der Schützengilde Reutlingen 1290 e.V.

Dokument über ArmbrustschiessenDie Schützengilde Reutlingen reicht in ihrer Geschichte weit zurück und entstand direkt aus dem Schützenwesen der Stadt Reutlingen.

Das Schützenwesen der Stadt Reutlingen hat ihren Anfang schon im 13. Jahrhundert, als die Verteidigung der einzelnen Mauerabschnitte den einzelnen Zünften zugeteilt war. Im Reutlinger Statutenbuch finden wir aus dem Jahr 1290 eine Schießordnung für Armbrustschützen und schließen daraus, dass zu dieser Zeit bereits eine feste Vereinigung von Schützen bestand.

Wie fest diese Vereinigung mit der Stadt Reutlingen verbunden war, ist aus dieser Schießordnung zu entnehmen, in der es wörtlich heißt: „Der Rat der Stadt stellt jeden Sonntag ein paar Hosen zum herausschießen. Um diesen Preis zu schießen, hat jeder Bürger Berechtigung, der in Reutlingen wohnhaft oder sesshaft ist. Andere Preise sind Kleinode.“ Die Hose konnte jeder Schütze nur einmal im Jahr gewinnen. War er trotzdem der Beste, bekam er die genannten Kleinode (Zinngeschirr oder ähnliches). Eine ähnlich lautende Schießordnung galt später für die Vorderladerschützen.

EinladungsschreibenAus dem 15. und 16. Jahrhundert sind uns mehrere Einladungsschreiben verschiedener Städte erhalten. So ist bekannt, dass Reutlinger Schützen z.B. in Straßburg, Worms, Regensburg, Mainz und Landshut waren. Zu einem am 20. September 1555 stattfindenden Schießen luden die Schützenmeister und Schießgesellen der Stadt Reutlingen mit einem Schreiben vom 5. August 1555 ein.

Im 16. Jahrhundert bestanden in Reutlingen zwei Schießplätze, einer für Büchsenschützen und ein Schießplatz für die Armbrustschützen.

Nach dem Stadtbrand von Reutlingen, am 23. September 1726, bei dem ein großer Teil der Stadt niederbrannte, wird es um die Reutlinger Schützen verständlicher Weise für mehrere Jahre ruhig.

1823 erhielten die Reutlinger Schützen eine für die damaligen Verhältnisse moderne Schießanlage mit mehreren Schießbahnen auf verschiedene Distanzen. Das alte Schützenhaus wurde nach 170 Jahren von der Stadt als Spital verwendet.

Als schießsportlicher Höhepunkt galt 1891 das 13. Landesschießen mit über 400 Schützen. Ein Unfall bei diesem Landesschießen, bei dem ein Wengerter durch einen Fehlschuss verletzt wurde, führte dann bis 1920 zu einer Zwangspause im Schießen in Reutlingen. Die Reutlinger Schützen übten sich im Schießen während dieser „Auszeit“ als Gäste der in der Zwischenzeit aufgelösten Eninger Schützengesellschaft; als Erinnerung an diese Eninger Zeit wird bei der Gilde heute noch jährlich um den Eninger Erinnerungsbecher geschossen.

OSM Haage in der 50er Jahren

Nach der Wiedergründung im Jahr 1922 bauten die Reutlinger Schützen in den Jahren 1920 bis 1926 ihr heutiges Schützenhaus im Markwasen. Durch ständige Erweiterungen und Umbauten konnte die Anlage von 1920 bis heute erhalten bleiben. Die Schiessanlage der Schützengilde Reutlingen umfasst heute: 20 Luftgewehrstände, 3 Zimmerstutzenstände, 7 50m-KK-Stände, 2 100m-KK-Stände sowie einen neu umgebauten Pistolenstand in der Halle mit 2x 5 Startplätzen.

Gleichzeitig mit der 700- Jahrfeier der Gilde fand 1990 das 8. Bundestreffen der ältesten deutschen Schützenvereinigungen statt; am Festzug beteiligten sich mehr als 3000 Schützen